Neue Nutzungsbedingungen

Posted by: Alexander Mon, 29 Oct 2007 11:03:22 GMT

Vor einigen Tagen haben wir neue Nutzungsbedingungen für MeinProf veröffentlicht:

Die neuen Bedingungen schaffen mehr Klarheit und Sicherheit für die Nutzer und uns. So sind zum Beispiel jetzt die Voraussetzungen zur Registrierung, der Ablauf der Mitgliedschaft und die Rechte und Pflichten beider Seiten genau dargestellt.

Unsere Server arbeiten z.T. noch daran, die eMails mit der Information über diese Änderungen zu verschicken, mit denen wir unserer Meldepflicht nachkommen.

Alle Nutzer, die sich vor dem 22.10.2007 auf MeinProf registriert haben, können sich noch bis 11.11.2007 bei uns melden und Einspruch gegen die neuen Nutzungsbedingungen erheben. Die Accounts der Nutzer, die sich nicht mit den neuen Bedingungen einverstanden erklären, werden gelöscht. Natürlich kann jeder Benutzer auch nach Ablauf dieser Frist noch selbständig sein Konto bei uns aufgeben.

Die alten Nutzungsbedingungen sind noch bis auf weiteres auf unsereren Seiten einsehbar (MeinProf.de, MeinProf.at). Bei Fragen oder Anmerdkungen zu den neuen Bedingungen, schreibt uns eine eMail: info@meinprof.de

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Neue OECD Studie mit unschönen Ergebnissen für den deutschsprachigen Raum

Posted by: Thomas M. Tue, 18 Sep 2007 10:22:38 GMT

Das Vorwort der Studie ließt sich so

"Deutschland ist derzeit nicht in der Lage, Ingenieure, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, durch junge Absolventen zu ersetzen. Bei Pädagogen ist das Verhältnis zwischen Jungakademikern und aus dem Beruf Ausscheidenden noch ungünstiger. In Österreich ist das Einkommensgefälle zwischen Hoch- und Geringqualifizierten und damit die Rendite aus Bildung so hoch wie in kaum einem anderen OECD-Land. Gleichzeitig ist der Zugang zur Hochschulausbildung stark von der sozialen Herkunft abhängig. Die Schweiz erreicht nach den Reformen im Hochschulwesen der vergangen Jahre in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern eine dem OECD-Schnitt vergleichbare Absolventenrate und das obwohl die Absolventenrate insgesamt deutlich unter dem OECD-Schnitt liegt. Vergleichsweise gering sind die Abschlussquoten dagegen in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik, Kunst und Geisteswissenschaften."

Klingt nicht gerade super - schön zu sehen ist das auch in einer Grafik der OECD

Auf der Seite der OECD kann man noch mehr Details zu dem Bericht erfahren sowie sich einen Podcast von Herr Prof. Andreas Schleicher anhören.

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Geld verdienen mit MeinProf!

Posted by: Thomas M. Fri, 03 Aug 2007 21:58:29 GMT

Das ist kein Witz oder ein reißerischer Aufmacher. Länger ist es schon möglich – endlich wird es erklärt.
Im Prinzip geht es darum das ihr euren alten Lehrbücher bei uns über Amazon verkaufen könnt.

Wie ihr seht kommt ihr in 3 Schritten zu gutem Geld und helft dabei noch anderen Studenten etwas zu sparen.
Aber jetzt einmal im Detail:

1 – ein altes Lehrbuch

Ihr findet bei euch ein Buch welches ihr für die Hammerprüfung letztes Semester gebraucht habt. Das Buch hat euch geholfen aber euch dämmert das ihr das Buch euer Lebtag nie wieder anschauen werdet. Das Ding ist in guten Zustand, also was tun? Verkaufen!

2 – MeinProf Literaturempfehlung

Ihr klickt auf den Kurs aus dem letzten Semester (den ihr natürlich bei der Gelegenheit bewertet falls noch nicht geschehen) und schaut unten in die Amazon Literatur Liste.
Ist euer Buch schon empfohlen geht’s gleich weiter zu Amazon, wenn nicht empfehlt ihr das Buch indem ihr entweder den Buchtitel, Autor oder die ISBN Nummer in das Feld eingebt, kurz wartet und dann rechts mit dem Knopf das Buch hinzufügt.
Wenn das Buch erscheint einfach drauf klicken und ihr seid bei Amazon. Klickt dort auf „Diesen Artikel verkaufen“ (rechts unter dem Warenkorb). Mit einem kostenlosen Marketplace Account logt ihr euch jetzt ein und bestimmt den Preis. Dann ist alles getan nach meist nur wenigen Minuten ist euer Angebot auch bei MeinProf auf der Kursseite zu sehen.

3 – Geld bekommen

Studenten welche sich über die Lehrveranstaltung nun informieren sehen direkt dazu die Literaturempfehlung mit eurem supergünstigen Schnäppchenpreis und können mit einem Klick neuer Besitzer des Buches werden. Du bekommst Geld, dein Käufer das Buch und alle haben etwas davon!

Wir hoffen euch gefällt die Idee! Wenn ihr weitere Verbesserungsvorschläge habt dann meldet euch bitte weiterhin bei uns per Kontaktformular oder hier in den Kommentaren.

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Zu auffällig

Posted by: Alexander Tue, 19 Jun 2007 23:18:11 GMT

Wir sind es ja inzwischen gewöhnt, dass Dozenten versuchen, sich selber zu bewerten. Immer mal wieder müssen wir bei unseren Stichproben feststellen, dass sich Dozenten einen Benutzeraccount angelegt haben, um in allen ihren Kursen sehr gute Bewertungen abzugeben.

Manche machen es etwas geschickter und benutzen nicht ihre offizielle Universitätsadresse. Trotzdem lassen sich manche Spuren nicht verschleiern, und so finden wir auch unter den etwas gewitzeren Lehrkörpern noch einige, die lieber selbst etwas nachhelfen wollten, damit hinter ihrem Namen ein dunkelgründer Balken und eine sehr gute Note auftaucht.

Wir bemühen uns sehr, auch alle diese Manipulationen zu beseitigen. Denn nicht nur übertrieben negative Meinungen, sondern auch unlegitime positive Bewertungen verfälschen das Bild einer Lehrveranstaltung und eines Dozenten. Und es ist schließlich das Ziel der MeinProf Portale, eine möglichst wahrheitsgetreue Darstellung der Qualität des Kurses und des Dozenten zu erreichen.

Zugegeben: Durch unsere Stichproben werden wir wohl nie alle Dozenten erwischen können, die höchstpersönlich sichergehen, dass ihr Selbstbild nicht angekratzt wird. Aber in diesem Falle war es kaum zu übersehen. Es war einfach zu auffällig: 2 Konten über offizielle Uni eMail-Adressen und nochmal 3 Accounts über die Domain der eigenen Firma?

Lieber Herr Professor ... aus ... in NRW. Wir freuen uns sehr, dass Sie unser Portal so gut finden, dass Sie sich gleich 5 Konten angelegt haben, um möglichst viele Bewertungen abgeben zu können. Prinzipiell hätten wir es auch sehr unterstützt, wenn Sie dadurch Ihren lieben Kollegen, deren Unterricht Sie aus eigener Erfahrung als qualitativ sehr hochwertig einschätzen, die eine oder andere sehr gute Note erteilt hätten. Wir finden es jedoch etwas selbstsüchtig, die guten Noten nicht teilen, sondern für sich selbst behalten zu wollen. Wir mussten daher sämtliche Accounts sperren. Schade, dass Sie so viele Stunden damit verbracht haben, andere glauben lassen zu wollen, Sie seien ein noch besserer Prof als Sie es ohnehin schon sind. Das hätten Sie doch wirklich nicht nötig gehabt!

Jetzt mal ganz ohne Ironie: Wir bedanken uns ganz herzlich bei den 99,8% der Dozenten, die der Versuchung widerstehen, sich selbst zu bewerten. Ein noch größerer Dank gilt all denjenigen, die ihre Studenten dazu auffordern, sie zu bewerten, wohl wissend, dass sie vielleicht nicht nur (sehr) gute Bewertungen erhalten werden, und die sich dann auch kritisch mit den Kommentaren auseinander setzen.

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2028 - ein Ausblick

Posted by: Thomas M. Wed, 16 May 2007 07:24:44 GMT

Hallo liebe Leser,
in der letzten Zeit ist wieder viel passiert, ohne dass ihr es mitbekommen habt. Asche auf unser Haupt.

Wir haben am Wochenende die 2000ste Revision von MeinProf überschritten und befinden uns heute früh bei Nummer 2028.

Ich möchte euch heute einen kleinen Vorgeschmack auf zwei neue Features geben an denen wir zurzeit arbeiten.

Als erstes neue Literaturempfehlungen. Wie am Montag schon bei Amazon in München auf einer kleinen Konferenz bekanntgegeben wurde, wird sich dort einiges verändern. Leider konnten wir selbst nicht in München sein und wir gehen davon aus ihr auch nicht. :) Daher hier in kürze – die automatische Suche wurde verfeinert und sollte bessere Ergebnisse liefern. Okey das ist jetzt noch nicht der Hit, aber es ist jetzt möglich aktiv live nach Büchern zu suchen und diese dann auch fix zu empfehlen. Damit ist es möglich dauerhaft die Literaturempfehlungen zu einem Kurs anzulegen.

Eine zweite Neuheit wird ein Diskussionsforum zu jedem Kurs sein. In diesem ist es dann möglich einfache Fragen zum Kurs zu stellen … aber wie das geht und was das ist sollte keine Überraschung sein. Das Diskussionsforum wird allerdings noch nicht in der nächsten Version online gehen, weil wir da sicher noch einiges zu tun haben. Bis jetzt werden alle Einträge einfach untereinander gepinnt. Wir wollen euch aber eine sinnvolle Baumstruktur, bei der man gezielt antworten kann, anbieten.

Wenn ihr noch Ideen für weitere Features oder Anregungen habt … fühlt euch frei das Kontaktformular oder die Kommentare zu nutzen!

Liebe Grüße aus dem schönen Wien
Thomas M.

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Ostern ist vorbei

Posted by: Thomas M. Wed, 11 Apr 2007 12:13:40 GMT

Alle Eier sind gefunden worden und der Papst hat seinen Segen „Urbi et Orbi“ gespendet. Spenden kann man jetzt auch uns – dem MeinProf e.V. … Was für eine Überleitung! Gerhard Delling hätte es nicht besser machen können. :)

Wir haben inzwischen die Gemeinnützigkeitsbescheinigung vom Finanzamt erhalten und dürfen als Verein nun Spenden empfangen. Es würde uns natürlich sehr freuen wenn davon rege Gebrauch gemacht werden würde :)

3 Möglichkeiten gibt es Prinzipiell

  • Spenden an das MeinProf e.V. Konto
    Inhaber: MeinProf e.V.
    KNr.: 512894700
    BLZ: 100 400 00
    Bank: Commerzbank (Berlin-West)
  • Spenden via PayPal
    An die Email Adresse – paypal@meinprof.de
  • Oder Sachspenden … was auch immer ihr denkt uns helfen könnte
Für alle Spenden ab 50 Euro können wir auch Spendenquittungen ausstellen.

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Bücher ... noch mehr und ab jetzt immer auf MeinProf

Posted by: Thomas M. Mon, 12 Mar 2007 23:32:38 GMT

Seit wenigen Minuten ist ein neues Feature online!

Auf MeinProf werden euch jetzt auf den Seiten der Dozenten und der Kurse automatisch Bücher empfohlen. Diese werden aus Amazon rausgesucht und angezeigt. Auf der Seite der Dozenten wird nach ihrem Namen gesucht, auf der Seite der Kurse nach dem Kurs.

Dies ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ziel soll es sein euch zu jeder Lehrveranstaltung nicht nur die Bewertung und die Kommentare zu zeigen, sondern auch die Literatur mit der ihr den Kurs besteht.

Das war's erst einmal dazu und ich schließe mit den Worten des Zitate Wunders Mark Twain
"Wer ein gutes Buch nicht liest, hat keinen Vorteil gegenüber jemandem, der es nicht lesen kann."

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Leseprobe „Professor Untat. Was faul ist hinter den Hochschulkulissen“

Posted by: Thomas M. Mon, 12 Mar 2007 14:23:07 GMT

Der Econ Verlag hat uns freundlicher Weise eine Leseprobe aus dem Buch „Professor Untat. Was faul ist hinter den Hochschulkulissen“ zukommen lassen. Wir dürfen hier bei uns im Blog deshalb nicht nur Bücher verlosen (wir haben noch ein paar Bücher!) sondern euch auch eine Kostprobe geben. Das Kapitel ist eines von vielen und handelt von MeinProf :)

Viel Spaß beim Lesen!

MeinProf.de: Ein Lehrstück über Lehrende

Was passiert, wenn Studenten es wagen, die Lehre ihrer Professoren in einem Online-Portal zu bewerten? Was passiert, wenn die Öffentlichkeit so durchs Schlüsselloch der Hörsäle blinzeln kann? Dann verhalten sich Professoren wie ein Polizeistaat: Sie stellen sich nicht der Kritik – sie stellen ihre Kritiker kalt! Mit juristischen Mitteln. Sie, die täglich Noten austeilen, wollen keine Noten einstecken. Sie, die jede Studentenleistung für bewertbar halten, sehen ihre eigene Lehrleistung jenseits der Bewertbarkeit. Die Geschichte von MeinProf.de ist auch ein Lehrstück über Lehrende, eine abgrundtiefe Charakterstudie.

Meinungsfreiheit als Virus

Hätte Jonathan Weiss nicht ein Jahr in den USA studiert: Die deutschen Professoren könnten heute ruhiger schlafen – und ihre Studenten einschläfern, wie gehabt. Die RWTH Aachen hätte sich nicht als Mimose lächerlich gemacht. Dem Hochschullehrerbund wäre die vielleicht größte Heuchelei seiner Geschichte erspart geblieben. Und auch Marion Schick, die Präsidentin der FH München, müsste sich nicht als Frau mit gespaltener Zunge bezeichnen lassen.

Doch Jonathan Weiss, der Berliner Student, schleppte 2005 aus den USA einen Virus ein, gegen den die deutschen Hochschulen bis dahin immun waren – den Virus der Meinungsfreiheit. Nicht dass eine Maulkorb-Pflicht für politische Meinungen oder wissenschaftliche Standpunkte gegolten hätte – wohl aber für das öffentliche Urteil über Professoren! Institutsinterne Evaluationen, deren Ergebnisse meist im Morast des Schweigens versacken, waren das höchste aller Gefühle.

Genau genommen war es ein Computervirus, den Weiss einschleppte; er war mit RateYourProf.com in Kontakt geraten. Das ist eine Internetseite für die USA und andere englischsprachige Länder, die das übliche Verhältnis zwischen Profs und Studenten auf den Kopf stellt: Nicht der Professor bewertet die Studierenden, sondern die Studierenden bewerten den Professor. Um anderen Studenten eine Orientierung zu geben: Welcher Professor und welcher Kurs sind empfehlenswert? Und um welche Veranstaltungen macht man besser einen Bogen?

Warum dieses Prinzip nicht auf Deutschland übertragen?, dachte sich Jonathan Weiss. Seine Kommilitonen an der TU Berlin waren sofort Feuer und Flamme. Einer von ihnen, der Informatik-Student Thomas Kaschwig, erinnert sich: »Wir haben uns drei Abende hingesetzt, das Konzept für MeinProf.de entwickelt und es dann umgesetzt.« Dieser Vorgang klingt wenig revolutionär – doch sein Ergebnis kam einer Revolution gleich: Das erste Mal in der über 650-jährigen Geschichte deutscher Hochschulen sollten Studenten die Möglichkeit bekommen, sich öffentlich und systematisch über die Qualität von Professoren zu informieren und zu äußern. Und zwar ohne Furcht vor Repressionen, da der eigene Name für die Professoren anonym bleiben würde.

MeinProf.de funktioniert so: Die Professoren werden von den Studenten auf die Webseite eingetragen, nach Bundesländern und Hochschulen sortiert und in sieben Kategorien bewertet (Fairness, Unterstützung, Material, Verständlichkeit, Spaß, Interesse, Verhältnis Note/Aufwand). Die Zensuren reichen von 1 (positiv) bis 5 (negativ). Daraus ergibt sich eine Gesamtnote. Zusätzlich sind individuelle Kommentare möglich.

Dass die Berliner Studenten so empfänglich für den Virus aus den USA waren, lag auch an ihren eigenen Erfahrungen. Thomas Kaschwig im Gespräch: »Es gibt Dozenten, die sind demotiviert, die halten ihre Vorlesung seit 15 Jahren und interessieren sich nicht dafür, ob die Studenten das spannend finden.« Kaschwig saß vier Jahre im Fakultätsrat und hatte den Eindruck, »dass die Etats nur für Forschung, für Einwerbung von Drittmitteln und durch Vitamin B verteilt werden. Die Lehre kommt nicht vor!«

Der Virus sprang so schnell auf die Internet-Gemeinde über, dass der Auftritt von MeinProf.de im Januar 2006 kurzzeitig zusammenbrach: Ein Artikel bei »Spiegel Online« hatte einen Ansturm von 100.000 Besuchern ausgelöst. Die Zahl der Bewertungen stieg in die Zehntausende.

Die Professoren zuckten zusammen. Viele sahen MeinProf.de als Attentat auf ihre Autorität, als Majestätsbeleidigung schlechthin. Manche reagierten so, wie es auch Diktaturen beim Aufkommen freier Meinung zu tun pflegen: mit Aggression, mit Einschüchterung und – heimlich, still und leise – mit Angst vor Machtverlust. Merkwürdigerweise stand bei diesen Profs nicht die Frage im Vordergrund: Wie lässt sich die Qualität unserer Lehre verbessern? Diskutiert wurde vor allem: Was können wir gegen die Seite tun? Der lange juristische Atem der Besoldungskönige und prophylaktische Klageandrohungen schlugen den mittellosen Betreibern in Briefen und Mails wie ein Donnergrollen entgegen. Dutzende Professoren, darunter die schlechtesten der Republik, mussten die Betreiber von MeinProf.de genauso zähneknirschend wie spurlos löschen.

Andere Professoren halfen ihrem Ansehen selbst auf die Sprünge, wie Thomas Kaschwig schmunzelnd erzählt: »Offenbar wurden etliche Hiwis und Assistenten aufgefordert, den Chef nach oben zu pushen.« Doch aufgrund der IP-Adressen konnte der Informatiker die Spur zu den Institutsrechnern zurückverfolgen. Ein Klick auf die Homepage des Instituts, schon fanden sich die Namen der Jubelperser wieder – in der Liste der Institutsmitarbeiter.

Ein Professor aus dem Saarland, lange Spitzenreiter in der bundesweiten Flop-Liste, schoss den Vogel ab: Seine Gesamtnote lag nur hauchdünn von einer 5 entfernt, als er selbst – unter diversen Mailadressen – den Schnitt anheben wollte. Allerdings gab er sich selbst nur die Noten 2 und 3, offenbar in der Annahme, bessere Bewertungen müssten angesichts seiner Lehrqualität sofort als Schwindel durchschaubar sein…

Das lauteste Gebell kam von den betroffenen Hunden. Aber wie haben die Hochschulen reagiert? Konrad Schily hat viele Jahre die Privatuniversität in Witten-Herdecke geleitet. Von uns auf MeinProf.de angesprochen, meinte er: »Warum sollte ich als Direktor nicht ein paar Informationen aufnehmen? Zum Beispiel: ›Professor XY – wäre eine schöne Vorlesung, wenn er denn gekommen wäre.‹« Allerdings sei es »Sache der Führung, solche Vorwürfe im Gespräch zu klären. Man darf das Verfahren nicht zum Richter machen; man muss beide Seiten hören.«

Burkhard Rauhut, Direktor der RWTH in Aachen, ließ es im Frühjahr 2006 zu, dass sein Datenschutzbeauftragter versuchte, sämtliche Professoren der RWTH aus der Schusslinie zu nehmen. Die MeinProf.de-Betreiber wurden aufgefordert, alle RWTH-Professoren, »die sich nicht mittels einer Einwilligung auf Ihrer Internetseite MeinProf.de haben registrieren lassen, unverzüglich zu löschen«. Man ließ wieder einmal die juristischen Muskeln spielen, drohte mit »weiteren Schritten«.

Dass ausgerechnet die RWTH, eine Möchtegern-Elite-Uni, sich als Vorreiterin beim Ignorieren der studentischen Meinung zu erkennen gab, kam völlig überraschend. Auch war die Begründung für den Rückzug mehr als fadenscheinig: MeinProf.de verbreite »personenbezogene Daten«, das verstoße gegen den Datenschutz.

255 RWTH-Professoren lösten sich bei MeinProf.de in Luft auf. Nicht nur Aachens Studenten waren empört. Einer schrieb im Internet: »Ich halte die Aktion für einen plumpen Versuch, eine drohende Rufschädigung abzuwenden. Anders ist das nicht zu erklären. Man versucht, die Leute von MeinProf.de mit irgendwelchem Datenschutz-Hokuspokus einzuschüchtern.«

Ein fauler Zauber, der nicht alle Dozentenköpfe vernebeln konnte. Der Bremer Medienrechtler Lambert Grosskopf, selbst bei MeinProf.de gelistet, kommt in seinem siebenseitigen Gutachten zu dem Schluss: »Bei den Angaben ›Titel‹, ›Name‹ und ›Schwerpunkt‹ handelt es sich um Tatsachenmitteilungen.« Diese Informationen seien »allgemein zugänglichen Quellen, wie etwa auch im Web veröffentlichten Vorlesungsverzeichnissen der Hochschulen, zu entnehmen«. Also kein Verstoß gegen Datenschutz.

Den Bogen der Meinungsfreiheit überspanne die Seite keineswegs. Es handele sich um ein Meinungsforum mit Werturteilen, die »vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) gedeckt« seien. Dieses Recht greife umso mehr »bei Mitteilungen «, wenn sie »nicht im privaten Interesse, sondern in öffentlichen Angelegenheiten gemacht werden«. Eine öffentliche Evaluation sei eindeutig juristisch einwandfrei, solange sie keine Schmähungen und Beleidigungen enthalte.

Ihren Höhepunkt erreichte die Posse um MeinProf.de im Juni 2006. Rund 30 Professoren der FH München wandten sich mit einem identischen Schreiben an die Betreiber. Wie immer wurde mit »rechtlichen Schritten« gedroht. »Alle Professoren haben zur gleichen Zeit und mit dem gleichen Wortlaut geschrieben «, erinnert sich Thomas Kaschwig. »Uns war klar: Das muss eine gesteuerte Aktion sein.« Und tatsächlich: Niemand anderes als die Präsidentin der FH, Marion Schick, hatte die Professoren mit einem Rundschreiben auf die Seite aufmerksam gemacht und ihnen auch gleich einen Musterbrief mitgeschickt.

Es handelt sich um dieselbe Marion Schick, die gegenüber der »Süddeutschen Zeitung« behauptete: »Wir haben kein Problem mit öffentlichen Bewertungen.« Dieselbe Frau, die im Zusammenhang mit hochschulinterner Evaluation behauptet, »eine Diskussion darüber in den Fachbereichen« sei in ihrem Sinne.

Welcher Teufel hat die Präsidentin bei ihrem Tiefschlag gegen die Meinungsfreiheit geritten? Es war gar kein Teufel – es war das Engelchen der »Fürsorgepflicht«, wie sie es nennt. Um ihren Professorenkindergarten vor der Unbill der rauen Lebenswirklichkeit zu schützen, hat die Professoren-Mami ihre schützende Hand über die Zöglinge gehalten. Kann es sein, dass die Leiter der Hochschulen ihren Professoren nicht einmal den Umgang mit ein paar kritischen Studentenstimmen zutrauen? MeinProf.de setzte ein Zeichen: Aus Protest wurden alle Professoren der FH München gelöscht.

Ebenfalls einen Heuchelorden erster Klasse hat sich der Hochschullehrerbund verdient, die Standesvereinigung der FH-Professoren. Der Bund versorgte Mitglieder mit einem rettenden Musterbrief, um sie aus dem Schwitzkasten von MeinProf.de zu befreien. Wer nachforscht, auf welchem Boden dieses Schreiben gewachsen ist, sticht in einen Misthaufen der Unaufrichtigkeit. Denn eines vergaß der Hochschullehrerbund in seinem Musterbrief zu erwähnen: dass man selbst ein juristisches Gutachten zu dem Internetauftritt hatte anfertigen lassen. Resultat des vertraulichen Schriftsatzes, der uns zugespielt wurde: MeinProf.de sei rechtens.

Wörtlich heißt es: »Die Äußerung der eigenen Meinung genießt Schutz nach Inhalt und Form, auch wenn es sich um eine Außenseitermeinung handelt. Unerheblich ist ferner die Qualität der Äußerung, ob etwa geäußerte Gründe emotional oder rational sind und ob sie von anderen für nützlich oder wertvoll gehalten werden.« Nur bei »Schmähkritik oder Formalbeleidigung « sei eine Klage erfolgversprechend, urteilt die Gutachterin. Diese Einschätzung wiegt doppelt, da Auftragsgutachten in der Regel im Sinne des Auftraggebers ausfallen.

Das Immunsystem der deutschen Professoren setzt sich zur Wehr. Die Meinungsfreiheit für Studenten wird als gefährlicher Virus betrachtet, wird mit aller Kraft bekämpft. Man geht gegen das Symptom vor, statt die Krankheit – also die schlechte Lehre – zu heilen. Der kindliche Trotz der kritisierten Professoren könnte sich als schlechte Medizin erweisen, birgt er doch gewisse Risiken und Nebenwirkungen, kann zum Beispiel das Vertrauen in die Hochschulen zerstören. Fragen Sie Ihren Medizin-Professor!

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Der versprochene Workend Bericht

Posted by: Thomas M. Wed, 07 Mar 2007 10:20:55 GMT

ja ich weiß ... aber besser spät als nie

Wie angekündigt der Bericht vom MeinProf Workend. Den Teil mit der Nachtbusfahrt von Wien nach Berlin spar ich mir besser; würde allein ein bis zwei blogposts füllen – Stichworte (Jemand im Bus hatte seinen Ausweis vergessen – schlecht bei einer Fahrt durch Tschechien, der Busfahrer „Josef“ war ne Spaßkanone und hat Fahrerflucht in Wien begangen, um 2:30 Uhr Fleischsalat und alkoholfreies Bier in Tschechien, die ganze Zeit ungewöhnliche Gerüche und Geräusche). Kurzum; ich bin schon besser gereist.

Mittags nach einem ausführlichen Brunch und kleinem Stadtrundgang, trafen Daniel und Alex uns an der TU und fuhren nach Maria Wolfsbruch in ein kleines Häuschen (siehe oben), bauten unsere Rechner und das Netzwerk auf und erwarteten Jonathan und Thomas K. die kurze Zeit später kamen. Los ging‘s – Agenda verifizieren und en Detail ausarbeiten. Ziele setzen und in zwei Gruppen ran an den Speck.

Wir haben am Wochenende an folgenden Themen gearbeitet

  • Neues Menü – jetzt wirklich und auch Internet Explorer 7 kompatibel – JUHU
  • Eine neue mouse over Effekt Bibliothek welche es möglich macht auch nach partiellem Nachladen der Seite per AJAX die Hilfen anzuzeigen
  • Einführung von Terms – dazu unten mehr
  • Vorbereitungen für ein neues MeinProf-Portal in einem neuen Land – TROMMELWIRBEL – der Schweiz
  • Weiterentwicklung im Backend um einen Dozentenlogin zu ermöglichen – auch dazu mehr weiter unten
  • viel viel Rechtliches und Organisatorisches
  • und sehr wichtig einen neuen Algorithmus für die Abgabe von Bewertungen – welcher die Wartezeit bei der Abgabe eines Ratings drastisch reduzieren soll – meine Mathe Vorlesungen finden das erste Mal Anwendung außerhalb der Uni ;)
  • und sicher noch ganz viel Kleinkram, den ich vergessen habe

Was ich noch einmal herausheben möchte ist die Entwicklung der Terms. In Zukunft wird es möglich sein Auswertungen über einzelne Semester von Kursen zu generieren, dafür war es notwendig eine weitere Ebene in die Datenbankstruktur einzuführen. Der Wechsel von Course -> Ratings zu Course -> Terms -> Ratings hat einige Herausforderungen mit sich gebracht. Anpassungen bei der Berechnung der Bewertungen waren dabei nur ein kleiner Teil. Passwort- und TAN-Schutz zum Beispiel ein weiteres Thema. Wie geht es nun weiter mit den Terms? Sie sind fertig – wär mir nicht des Nachts noch die Idee gekommen wie eine schnellere Bewertungsabgabe, welche aber genau wie bisher live funktioniert, möglich ist. Diese wiederrum zieht aber wieder ein paar Sonderfälle und viele 100 Zeilen Code für unit tests nach (bzw vor) sich. Jonathan bleibt dran und wir sollten mit dem launch des neuen Portals in der Schweiz über diese und die anderen Funktionalitäten verfügen.

Thomas K. hat sich im Wesentlichen auf den Dozentenlogin geworfen. Bisher ist die Registrierung realisiert. Gearbeitet wird grad‘ noch an den Funktionalitäten für die Dozenten. Damit ist es möglich das Dozenten ihre Accounts selbst verwalten und editieren können.

Jedenfalls hat es uns das Wochenende viel Freude bereitet und MeinProf ein großes Stück weiter gebracht. Da wir keine Freunde von „beta“ sind, kommen die neuen Features auch erst mit dem neuen Portal in der Schweiz. Wir hoffen in 2 Wochen damit online gehen zu können.

Hier noch ein paar Impressionen …

Für wirklich gutes Essen war keine Zeit

Eingekauft wurde auch nur vom Besten ... falls jemand von Nutella mitliest - wir hätten nichts gegen einen Haupsponsor Ferrero ;)

Jaaha "code ist poetry" das wohl beste Shirt der MSDNAA und bewußt gesetzter Schwerpunkt zu den ganzen Äpfeln ;)

MACht war mit uns

... bis in die späten-frühen Morgenstunden wurde jeweils gearbeitet einzige Ablenkung waren "Zwei Asse trumpfen auf" und "Muttertag"

Am Ende haben wir viel geschafft ...

und waren wir immer einer Meinung

Arbeit von 48h umgerechnet in KWh ... 200! Das macht einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 4,2 kW pro Stunde Tag und Nacht ...

Es bleibt nur noch zu sagen
"Puffin gibt uns die Kraft und Ausdauer die wir brauchen!" und
„I sogs glei, i woar's ned.“

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