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    <title>MeinProf-Blog: Stellungnahme zur Reaktion der FH Koblenz zum MeinProf.de-Hochschulranking</title>
    <link>http://blog.meinprof.org/articles/2007/10/04/Stellungnahme_FH_Koblenz</link>
    <language>en-us</language>
    <ttl>40</ttl>
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    <item>
      <title>Stellungnahme zur Reaktion der FH Koblenz zum MeinProf.de-Hochschulranking</title>
      <description>Das &lt;a href="http://www.meinprof.de/top10"&gt;Erstes MeinProf Hochschulranking&lt;/a&gt; scheint einiges bewegt zu haben. Neben dem positiven Echo in der Presse, konnten wir uns auch &#252;ber positives Feedback von Studenten und Dozenten freuen.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Wir haben die M&#246;glichkeit genutzt und die Hochschulen um eine Stellungnahme gebeten. Deshalb m&#246;chten wir euch auch nicht die Antwort eines Dozenten vorenthalten. Prof. Dr. Michael Wolf bezieht sich auf die &lt;a href="http://www.meinprof.de/top10/fh-koblenz"&gt;Stellungnahme des Pr&#228;sidenten Prof. Dr. Peter Frings der Fachhochschule Koblenz&lt;/a&gt;.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
&lt;a href="/files/Stellungnahme_Prof_Dr_Michael_Wolf.pdf"&gt;HIER&lt;/a&gt; das Original zum Download
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
und hier abgeschrieben ...
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
&lt;blockquote&gt;
Ihre &#246;ffentliche Stellungnahme zum MeinProf.de-Hochschulranking
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Sehr geehrter Herr Pr&#228;sident,&lt;br&gt;
nein, ich mu&#223; Ihrer Stellungnahme zum Ranking-Ergebnis widersprechen. Sie machen es sich zu einfach. Man kann sich die Wirklichkeit nicht so zurechtbiegen, wie man sie gerne h&#228;tte und (sich) alles sch&#246;nf&#228;rben. Es freut mich zwar ebenso wie Sie, da&#223; die Hochschule, deren Mitgliederwir sind, in einem von Studierenden, und dies gilt es meines Erachtens besonders hervorzuheben, selbstorganisierten Hochschulranking f&#252;r Lehrqualit&#228;t den zweiten Platz in der Bundesrepublik Deutschland erreicht hat. Aber ob wir, das hei&#223;t die betroffenen Kolleginnen und Kollegen, wirklich stolz darauf sein k&#246;nnen, wie Sie glauben, die Pressemitteilung von MeinProf.de vom 30.08.2007 kommentieren zu k&#246;nnen, daran hege ich ernsthafte Zweifel. Dies w&#252;rde doch voraussetzen, da&#223; alljene Kolleginnen und Kollegen als engagierte Bef&#252;rworter einer von Studierenden selbstorganisierten Lehrevaluation bewertet worden sind und nicht blo&#223; als deren Erdulder oder allein aufgrund ihres Status als Mitgliedder Hochschule. Denn stolz sein kann man nur, ich erinnere an die Debatte um den Slogan &#187;Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu
sein&#171;, auf etwas, wozu man selbst aktiv mit dem Erbringen einer Leistung beigetragen hat. Davon kann aber hier mitnichten die Rede sein. Dies ist zumindest mein Eindruck, den ich gewonnen habe aufgrund meiner Beobachtungen. Diese legen mir n&#228;mlich genau das Gegenteil nahe.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Um es zu konkretisieren: Aus meinem Fachbereich, und dieser ist ja wohl mit einer der gr&#246;&#223;ten an der Fachhochschule Koblenz, ist mir nicht bekannt, da&#223; jemand die Evaluation der Lehre bei MeinProf.de &#246;ffentlich begr&#252;&#223;t h&#228;tte. Das Gegenteil ist der Fall. So haben Mitglieder aus dem Kollegium sich an die Betreiber der in Rede stehenden Website gewandt und sich der Ver&#246;ffentlichung ihrer Daten widersetzt. Auch sah sich die Leitung des Fachbereichs anl&#228;&#223;lich eines Rundschreibens des Hochschullehrerbundes Hlb zur Entscheidung der RWTHAachen, mit rechtlichen Schritten gegen die Website-Betreiber wegen des angeblichen Versto&#223;es gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen vorzugehen, gehalten, dieses Schreiben zur Grundlage eines Tagesordnungspunktes im Fachbereichsrat zu machen und den Kolleginnen und Kollegen jenen Musterbrief des Hlb an die Hand zu geben, mit dem man sich gegen die Ver&#246;ffentlichung der Daten zur Wehr setzen konnte. Zugleich wurde das Rundschreiben per Aushang auch den Studierenden bekanntgegeben, was sich durchaus interpretieren l&#228;&#223;t als Versuch, jene Studierenden, die in Erw&#228;gung ziehen, ihre Lehrenden bei MeinProf.de zu beurteilen, mit Datenschutzhokuspokus einzusch&#252;chtern. Bezeichnenderweise wurde es denn auch unterlassen, jenes Urteil des Landgerichts Berlin entsprechend zu kommunizieren, das in zweiter Instanz die Forderung eines die Gerichte bem&#252;henden Hochschullehrers nach einer strafbewehrten Unterlassungserkl&#228;rung der Website-Betreiber mit dem Argument zur&#252;ckwies, Hochschullehrer m&#252;&#223;ten sich in ihrer Funktion &#246;ffentlicher Kritik stellen. Denn als Amtswalter und nicht als Privatpersonen fungieren sie.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Wenn zwischenzeitlich das Thema &gt;Lehrevaluation&lt; am Fachbereich positiv aufgegriffen worden ist, so geschieht dies meines Erachtens weniger aus der Einsicht, da&#223; die Studierenden ein Recht darauf haben, ihr Urteil &#252;ber das, was wir (uns) leisten, &#246;ffentlich zum Ausdruck zu bringen. Es ist, wie mir scheint, eher dem Umstand geschuldet, da&#223; uns mit dem HRG von 1999 die Lehrevaluation gewisserma&#223;en verordnet worden ist, worauf denn auch die un&#252;bersehbare Haltung im Kollegium sich zur&#252;ckf&#252;hren l&#228;&#223;t, seinem Herrn, frei nach Matth&#228;us (22,21), zwar zu geben, was des Herrn ist, aber eben nur das unabdingbar Notwendige. Zudem stellt die Beteiligung der Studierenden &#187;bei der Bewertung der Qualit&#228;t der Lehre&#171;, wie es &#167; 6 HRG vorsieht, realiter eine
Farce dar, weil wir mit den von uns entwickelten Evaluationsinstrumenten selbst festlegen, wie wir kritisiert und bewertet werden wollen, und nicht diejenigen entscheiden lassen, die von uns belehrt werden. Von Ausnahmen selbstredend abgesehen, ma&#223;en wir uns mit fadenscheinigen Argumenten selbstherrlich an, da&#223; nur wir (und nicht die Studierenden) wirklich zu beurteilen verm&#246;gen, wie gut unsere Lehre ist. Sicher, es l&#228;&#223;t sich berechtigte methodische Kritik formulieren an dem Zustandekommen der von den Website-Betreibern produzierten Ergebnisse. Dies gilt aber nicht weniger f&#252;r die von uns vorgenommene Bewertung der Leistung der Studierenden.
Denn Noten versagen als Instrument objektiver Leistungsmessung, weil in die Bewertung die Subjektivit&#228;t von uns Lehrenden einflie&#223;t. Eine Tatsache, die, obwohl durch wissenschaftliche Studien hinl&#228;nglich belegt, jedoch von unseresgleichen immer wieder hartn&#228;ckig geleugnet wird. Die fehlende Ernsthaftigkeit in bezug auf das Anliegen der Studierenden nach Verbesserung
der Lehre kommt schlagend in dem Entwurf der Evaluationsordnung der Fachhochschule zum Ausdruck, sieht diese doch vor, da&#223; pro Hochschullehrer nur eine Lehrveranstaltung im Akademischen Jahr evaluiert werden soll. Bei einer Deputatsverpflichtung von 36 SWS im Akademischen Jahr, das hei&#223;t von insgesamt 18 Lehrveranstaltungen, entspricht dies einer Quote von l&#228;cherlichen 5,5%. Bedenkt man, da&#223; obendrein vorgesehen ist, die Ergebnisse
nur anonymisiert und auf Fachbereichsebene aggregiert zu ver&#246;ffentlichen, so dr&#228;ngt sich, mir jedenfalls, stark der Gedanke auf, da&#223; es hier um das Abwehren &#246;ffentlicher Kontrolle geht. Aber eben diese ist eine conditio sine qua non, um zu Felde ziehen zu k&#246;nnen gegen eine mittelm&#228;&#223;ige oder gar schlechte Lehre, die wegen des unter Hochschullehrern bestehenden Korpsgeists f&#252;r die Lehrenden bislang so gut wie keine negativen Konsequenzen nach sich zieht. Wie sagt lebensweise schon der Volksmund: Eine Kr&#228;he hackt einer anderen die Augen nicht aus.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Das Umdeuten der Wirklichkeit nach eigenem Gusto, das Verschwindenlassen von sich einander widersprechenden Informationen, wie es in Ihrer bramarbasierenden Stellungnahme zum Ausdruck kommt, setzt sich in eigent&#252;mlicher Weise fort in jener &#187;kognitiven Dissonanz&#171;, um Leon Festinger zu bem&#252;hen, die, so man sie wahrnehmen will, un&#252;bersehbar besteht zwischen den Ergebnissen von MeinProf.de und jenen des Zentrums f&#252;r Qualit&#228;tssicherung und -entwicklung, das f&#252;r das f&#252;r uns zust&#228;ndige Ministerium im Rahmen des Hochschulprogramms &#187;Wissen schafft Zukunft&#171; eine Lehrevaluation als Grundlage zur Lehrpreisvergabe des Landes Rheinland-Pfalz durchf&#252;hrt. Irritation existiert, wie es scheint, aber wohl nur bei Studierenden, die das Ergebnis der ministerial induzierten Lehrevaluation vielfach mit einem befremdeten Kopfsch&#252;tteln kommentieren. Wen wundert's, wenn nicht alle Lehrenden sich der Evaluation ihrer Lehrveranstaltungen stellen m&#252;ssen, wenn die Auswahl der zu evaluierenden Lehrveranstaltungen durch die Lehrenden selbst erfolgt oder wenn alle Lehrveranstaltungen &#252;ber einen methodischen Evaluationskamm
geschoren werden, der nicht differenziert, um es an einem Beispiel pointiert zu verdeutlichen, zwischen einer Methodenlehrveranstaltung, in der die Studierenden angehalten werden, ihren Namen zu tanzen, und einer Theorielehrveranstaltung, die sich mit Kants &#187;Metaphysik der Sitten&#171;
oder mit Rawls &#187;Theorie der Gerechtigkeit&#171; befa&#223;t.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Ohne auf alle Halbwahrheiten und Sch&#246;nf&#228;rbereien Ihrer Stellungnahme an dieser Stelle eingehen zu k&#246;nnen und zu wollen, ist last but not least darauf hinzuweisen, da&#223; diejenigen, denen das gute Abschneiden der Fachhochschule Koblenz beim MeinProf.de-Hochschulranking eigentlich geschuldet ist, weil sie sich aktiv an dem Ranking beteiligt haben, die votenden Studierenden, in
Ihrer W&#252;rdigung als eine, und dies ist schon bezeichnend, vernachl&#228;ssigbare Gr&#246;&#223;e behandelt werden - sie tauchen einfach nicht auf. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;
Mit kollegialem Gru&#223;&lt;br&gt;
Prof. Dr. Michael Wolf&lt;br&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;


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      <pubDate>Thu, 04 Oct 2007 09:45:00 +0200</pubDate>
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      <author>Thomas M.</author>
      <link>http://blog.meinprof.org/articles/2007/10/04/Stellungnahme_FH_Koblenz</link>
      <category>Hochschulranking</category>
      <category>Sonstiges</category>
      <category>MeinProf.de</category>
      <category>Feedback</category>
      <category>Presse</category>
      <category>Hochschulranking</category>
      <category>meinprof</category>
      <category>Koblenz</category>
      <category>FH</category>
      <category>Stellungnahme</category>
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